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Star Wars Battlefront 2 – Review

Star Wars geht (eigentlich) immer

Zumindest für mich, da ich ein riesengroßer Fan bin. Ich muss zugestehen, dass ich beim Vorgänger recht euphorisch war. Als Fan hat man mich recht schnell gepackt. Nur leider verflogt diese Euphorie relativ schnell als das fertige Spiel in den Handel kam. Daher habe ich mich sehr auf den Nachfolger gefreut und gehofft, dass man aus den früheren Fehler gelernt hat und ein richtig gutes Spiel für alle Star Wars-Fans kreiert. Nach zwei Jahren ist es endlich soweit und EA schickt uns mit Star Wars Battlefront 2 wieder in den Sternenkrieg. Ein enormer Pluspunkt zum Vorgänger ist der Einbau einer Singleplayer-Kampagne, die jedoch leider nicht das bietet, was vorher so verheissungsvoll versprochen wurde. Dabei wurde mit Motive sogar ein eigenes Studio mit der Entwicklung des Singleplayers beauftragt, damit sich DICE ganz auf den Mehrspieler-Modus konzentrieren konnte. Wir werden hier nicht allzu tief ins Detail gehen, um potentielle Spoiler zu verhindern.

Iden Versio kann es nicht fassen

Das Imperium ist unsere Heimat

Für Iden Versio ist die Rebellion die Wurzel allen Übels und muss mit allen Mitteln gestoppt werden. Diese Einsicht ist kein Wunder, denn Iden Versio ist Commander einer imperialen Elitetruppe und Tochter eines Admirals des Imperium. Schon seit ihrer Kindheit wurde ihr das gute Werk des Imperators indoktriniert. Und so gilt ihm ihre uneingeschränkte Treue. Daher wurde sie auch zum Commander des Inferno-Squads ernannt. Nach der Zerstörung des ersten Todessterns rief das Imperium diese Elitetruppe ins Leben, um sicherzustellen, dass keine weiteren Geheimnisse des Imperiums in die falschen Hände gelangen. Durch ihre bedingungslose Loyalität und ihre aussergewöhnlichen Fähigkeiten im Luft- und Bodenkampf war diese Einheit des einfachen Truppen weit überlegen. Während einer Geheimmission auf dem Waldmond Endor, muss Iden mit ihren Kameraden die Zerstörung des zweiten Todessterns und somit den sicheren Niedergang des Imperiums mitansehen. Sie sinnt nach Rache und nimmt am letzten Befehls des Imperators teil – Operation Asche.

Mit Luke Skywalker auf Erkundungstour

Lang lebe das Imperium!

Leider werden im Laufe der Story die typischen Star Wars-Klischees bedient, was einen komplett vorhersehbaren Story-Twist mit sich bringt. Diese Wendung findet dann auch noch völlig unglaubwürdig statt, so dass man im der kompletten Kampagne keine wirkliche Charakterantwicklung bemerkt. Die Entwicklung von Iden wird durch einen ständigen Perspektivenwechsel noch weiter gebremst. In den zwölf Missionen der Kampagne spielen wir in fünf mit bekannten Helden aus dem Star Wars Universum. So gehen wir als Luke Skywalker eine ungewöhnliche Allianz ein, befehligen Truppen als Prinzessin Lea und treffen auf Han Solo mit Vollbart. Dies sind zwar nette Einschübe, doch uns wird nicht immer klar, warum das Spiel gerade jetzt diesem Helden folgt und was diese Mission eigentlich mit der Entwicklung von Iden zu tun hat. Schließlich soll sich die Kampagne ja um sie drehen. Am Ende ist es definitiv nicht das große imperiale Abenteuer, dass uns Spielern vorher verkauft wurde.

Wir verteidigen unsere Stellung

Ein weiteres Manko an der Einzelspielerkampagne ist die viel zu kurze Spielzeit. Geübte Spieler sehen nach vier bis fünf Stunden den Abspann. Wer nur die Kampagne spielen möchte, wird mit dem Titel nicht wirklich glücklich – auch nicht die größten Star Wars Fans. Ganz ketzerisch könnte man sagen, dass der Einzelspielermodus nicht mehr als ein langes Tutorial für den Multiplayermodus ist, in dem wir uns mit den Star-Cards und unterschiedlichen Fähigkeiten der Charaktere vertraut machen können.

Neben der eigentlichen Kampagne gibt es noch ein paar weitere Modi für Einzelspieler. Der sogenannte Arcade-Modus kann entweder solo oder im Koop (online und offline) gespielt werden. In diesem Modus  treten wir in jeweils acht kleinen Missionen für die helle oder dunkle Seite gegen Bots an.

Mit Prinzessin Leia in die Schlacht

Gemeinsam in die Schlacht

Das Herzstück von Star Wars Battlefront 2 ist auf jeden Fall der Multiplayermodus. Bot der Vorgänger noch neun unterschiedliche Modi, hat man sich beim Nachfolger auf die wichtigsten Multiplayer-Varianten konzentriert – Galaktischer Angriff, Sternenjäger-Angriff, Helden vs. Schurken, Angriff und Gefecht. Während die letzten beiden, kurze und actionreiche Gefechte zwischen zwei Gruppen bieten, spielt ihr in Schurken vs. Helden von Beginn an mächtige Charaktere aus dem Star Wars-Universum. Dieser Modus hat uns besonders viel Spass bereitet, da alle Spieler gleich mächtig sind und die Kämpfe somit recht kniffelig werden.

Unsere Sammlung im Überblick

Die richtige Star Wars-Atmosphäre kommt dann in den beiden größten Modi, Galaktischer Angriff und Sternenjäger-Angriff auf. Im Galaktischen Angriff kämpfen wir mit bis zu 40 Spielern auf großen Karten, die sich über alle Star Wars-Epochen auf elf unterschiedlichen Planeten erstrecken. So verteidigen wir als Erste Ordnung die Starkiller-Base, Zerstören als Rebellen-Allianz riesige AT-ATs auf dem Einplanten Hoth, oder liefern ins erbitterte Straßenkämpfe auf Tatooine. Sternenjäger-Angriff ist ebenfalls ein zielbasierter Modus – halt mit Schiffen und nicht mit Bodentruppen.

Ein Glück, dass Darth Vader auf unserer Seite ist

Klassentreffen

Eine der größten Änderungen zum Vorgänger ist die Aufteilung in vier Klassen – Assault, Heavy, Officer und Specialist. Mit dieser Aufteilung und ihren eigenen Fähigkeiten und Waffen setzt das Spiel klar auf mehr Taktik auf dem Schlachtfeld. Mit Hilfe von Sternenkarten und Meilensteinen haben wir die Möglichkeit jede Klasse an den eigenen Spielstil anzupassen. Die Karten verbessern unter anderem unsere Fähigkeiten und Ausrüstungen. So erhalten wir eine schnellere Gesundheitsregeneration oder der Hitzewert unseres Blasters wird zurückgesetzt. Ab einem bestimmten Rang, den wir mittels Erfahrungspunkten erreichen, können wie die angelegten Karten weiter mit Fertigungsmaterialien modifizieren oder höhenwertige Karten einsetzen. Über erreichte Meilensteine, wie eine bestimmte Anzahl an Kills oder Headshots, schalten wir nach und nach die vier unterschiedlichen Waffen der Klassen frei. Auch für Schiffe wurde das Klassen- und Kartensystem eingefügt. Hier muss man positiv erwähnen, dass sich die einzelnen Klassen unterschiedlich steuern und ihre speziellen Vor- und Nachteile bieten. Weiterhin müssen wir für Schiffe, Spezialklassen, Helden oder Bösewichte nicht mehr auf der Karte bestimmte Pick-Ups einsammeln. Wir verdienen nun Punkte in Gefechten, die für die Aktivierung eingesetzt werden können. Endlich haben wir auch die Möglichkeit mit fast allen Charakteren der Star Wars Filme in den Kampf zu ziehen. Bevor wir jedoch mit Darth Vader oder Luke Skywalker eine Schneise der Verwüstung hinterlassen können, müssen diese mit Credits aktiviert werden. Nach mächtigen Protesten der Fans im Netz wurden die Preise deutlich gesenkt und haben einen passablen Kurs erhalten.

Sternenkartenauswahl für Rey

Leider mussten wir hin und wieder feststellen, dass die unterschiedlichen Klassen nicht immer völlig ausgereizt werden. Alle Spieler stürmen sofort drauf los und unsere Einheit wird  in alle Himmelsrichtungen verstreut. Von Teamwork leider keine Spur. Das ist schade, da die unterschiedlichen Klassen klar auf strategisches Miteinander ausgelegt sind. Seitens EA wird Teamwork aber auch nicht wirklich honoriert, da es keine Extrapunkte hierfür gibt.

Auf der technischen Seite macht Star Wars Battlefront 2 einen erstklassigen Eindruck. Ohne Kompromisse ist das Spiel eines der schönsten Star Wars-Games. Auf unserer Testversion auf der PS4 Pro wurde die angepriesene Framerate von 60 Bildern pro Sekunde meistens gehalten, selbst im Galaktischen Krieg mit 40 Spielern auf der Karte. Der Sound liefert mit den typischen Klängen und Geräuschen eine beindruckende Atmosphäre, die jedem Star Wars Fan eine Gänsehaut bereitet. In der deutschen Fassung wurden sogar die originalen Synchronstimmen engagiert.

Ab einem bestimmten Rang können wir die Karten weiter modifizieren

Eine Erschütterung der Macht

Wie man schon in der Beta-Version erkennen konnte, sollte das finale Spiel auf Microtransaktionen setzen. Im Spiel kann man sogenante Crates öffnen, die Euch mit Star-Karten, Credits oder Items belohnen. Diese Crates können jedoch nicht nur mit In-Game-Währung, sondern auch mit echtem Geld erworben werden. Anders als zum Beispiel bei The Division, wo Transaktionen mit echten Geld nur optische Anpassungen für Euren Agenten haben, haben die Inhalte der Crates auch Auswirkungen auf die Fähigkeiten im Spiel. Diese Veränderungen hängen von der Qualität und Seltenheit der Star-Karten ab (gewöhnlich, ungewöhnlich, selten, episch und legendär). Wer also mit echtem Geld Crates erwirbt, hat von Beginn an einen Vorteil gegenüber anderen Spielern, die diese für In-Game Credits kaufen müssen. Nachdem sich tausende Spieler in Netz darüber beschwerten und das Spiel sogar boykottieren wollten, zog EA die Notbremse und entfernte (vorerst) die Mikrotransaktionen. Jedoch hat der Erwerb mit erspielten Credits auch einen faden Beigeschmack, da wir im Vorfeld nicht wissen, wofür wir unsere Credits ausgeben. Wir kaufen quasi die Katze im Sack, was schon fast einem Glücksspiel ähnelt. Weiterhin hat EA die stärksten Starcards aus den Kisten entfernt. Diese können nur noch mit Fertigungsmaterialien hergestellt werden. Jedoch sind die Quellen dieser Ressourcen auch wieder Kisten.  Wir sind gespannt, wie sich dieses Thema in den nächsten Wochen weiterentwickelt.

Eine etwas magere Ausbeute

Fazit

Momentan ist eine finale Bewertung relativ schwierig, da wir noch nicht genau wissen, wie sich das Thema Mikrotransaktionen weiterentwickelt. Daher bewerten wir Star Wars Battlefront 2 nach der aktuellen Sachlage ohne In-Game-Käufen. Sollte sich hier in den nächsten Wochen etwas ändern, fließt dies selbstverständlich mit in die Wertung ein.

Star Wars Battlefront 2 ist in der Tat eines der schönsten Star Wars-Spiele, das eine dichte Atmosphäre und interessante Multiplayer-Gefechte bietet, die selbst weniger versierte Spieler anspricht. Leider ist die zuvor so hochgepriesene Einzelspielerkampagne nicht das, was wir erwartet haben. Besonders der Hintergrund, dass sich die Geschichte zwischen Episode VI und VII ansiedeln soll und dann auch noch aus der Perspektive des Imperiums, hat sicherlich viele Spieler dazu gebracht sich das Spiel zu kaufen. Auch die Spieler, die vielleicht nicht wirklich an einem Multiplayerpart interessiert sind. Leider wurden diese Spieler enttäuscht. Zu kurz, keine Charakterentwicklung und das Bedienen von typischen Star Wars-Klischees schmälern die Motivation.

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